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Sonderausgabe Mai 2016

 
 

News rund um das Thema Kunststoffrecycling

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

mit dieser Sonderausgabe wollen wir Ihnen drei Themen näherbringen, die aus unserer Sicht wertvolle Informationen für Ihr Alltagsgeschäft enthalten. Zum einen handelt es sich um einen Artikel von Dietmar Bothe in „Müll & Abfall“, in dem der Abfallexperte im Bremer Senat eine seit langem fehlende Übersicht über die bundesweite Quotensituation gibt. Grundlage sind die Mengenstromnachweise der Dualen Systeme. Die detailreiche Analyse ist für uns Kunststoffrecycler von einigem Wert, weil sie hilft, die Marktlage zu beurteilen und entsprechende Investitionsentscheidungen zu treffen. Dass solche Mengenangaben, die den Quotenberechnungen zugrunde liegen, seit mehr als 10 Jahren nicht mehr regelmäßig veröffentlicht werden, ist einer der Gründe, warum Investitionen in funktionierende Verwertungsverfahren seitdem weitgehend Fehlanzeige sind und das Kunststoffrecycling in Deutschland stagniert.

Man muss Bothes Schlussfolgerungen nicht in allen Punkten teilen. So sind wir nicht der Ansicht, dass für die im Beitrag beschriebenen Missstände allein die Dualen Systeme verantwortlich gemacht werden können. Ihr Verhalten am Markt hängt eng mit dem Fehlen fairer transparenter Rahmenbedingungen, für die der Gesetzgeber in der Verantwortung steht, zusammen. Die niedrigen Recyclingquoten, die seit 25 Jahren trotz häufiger Forderungen aller Marktbeteiligten nicht angehoben wurden, und die (zu) niedrigen Verbrennungspreise sind weitere Gründe für die seit Jahren anhaltende Stagnation. Es ist auch wohlfeil, durch das Zeigen auf die Dualen Systeme von eigenen Fehlern abzulenken. Aber es darf ja wohl noch erwähnt werden, dass die für den Vollzug zuständigen Landesbehörden bei der Umsetzung der Verpackungsverordnung nicht gerade durch Aktionismus aufgefallen sind. Nicht die Abschaffung der Dualen Systeme würde uns voranbringen, sondern die gesetzgeberische Gestaltung der richtigen Rahmenbedingungen und deren Vollzug!

Die Methodik der Quotenberechnung, die Bothe kritisiert, ist hoch umstritten. Wir Recycler lehnen es ab, die Leidtragenden schlechter Inputqualitäten zu sein, in dem wir nun auch noch unsere internen Betriebsgeheimnisse komplett offenlegen und nachweisen müssen, welcher Inputstrom zu welcher Outputmenge geführt hat. Es ist schon schlimm genug, dass wir mit schlechten Qualitäten klarkommen müssen. Hier sind Kontrollen (Vollzug!) an den Sortieranlagen gefordert, Zertifizierungen und Werksausgangszeugnisse der Erzeuger der Sekundärrohstoffe, die in unsere Anlagen fließen. Das ist nämlich Industriestandard.

Wir danken Herrn Bothe für die Erlaubnis, seinen Beitrag den Abonnenten unseres Newsletters zur Verfügung stellen zu dürfen!

Der zweite Artikel zum Thema Kunststoffrecycling ist „hausgemacht“. Es handelt sich um einen aktuellen Diskussionsbeitrag von Michael Scriba zum Zielkonflikt zwischen dem erkennbaren Trend zu „Light weighting Packaging“ und der „Recyclability“. Der Text ist in Englisch abgefasst, weil er auch für die außerhalb Deutschlands geführte Diskussion gedacht ist. Wir wollen damit noch einmal daran erinnern, dass die Gewichtsreduzierung bei Kunststoffverpackungen uns dann erhebliche Probleme bereitet, wenn sie Materialkombinationen hervorbringt, die nicht wieder trennbar und unverträglich sind.

Letztlich wollen wir Ihnen die gemeinsame Position der Beteiligten der Wertschöpfungskette zu den im Arbeitsentwurf des Wertstoffgesetzes enthalten Vorgaben für recyclinggerechtes Design für Recycling zur Lektüre empfehlen. Es war für mtm eine Ehre daran mitzuwirken, dass es innerhalb der Wirtschaft im Konsens zu durchaus nennenswerten Positionierungen zum recyclinggerechten Design gekommen ist, die vor Jahren noch undenkbar schienen.

Mit diesen Beiträgen wollen wir Ihnen gern Hintergrundwissen und Argumente für Ihre eigene Position in den aktuellen Diskussionen liefern. Genauso gern diskutieren wir mit Ihnen, wenn Sie anderer Meinung sind.

Sprechen Sie uns an, wir sind auf Ihre Meinung gespannt!

Ihre

Torsten Meyer und Michael Scriba

 

Mengenstromnachweise der Dualen Systeme – Analysen und Ergebnisse


Dietmar Bothe, Referent für Grundsatzfragen der Abfallwirtschaft beim Senat für Umwelt, Bau und Verkehr der Freien Hansestadt Bremen, macht mit seinem Beitrag in Müll & Abfall (12/2015) umfangreiche Zahlen zum Aufkommen und weiteren Verbleib von Verkaufsverpackungen der letzten Jahre öffentlich. Quelle sind die Mengenstromnachweise der dualen Systeme. Die dort verzeichneten Mengen vergleicht er mit Daten zum gesamten Verpackungsaufkommen. Das Ergebnis seiner detaillierten Analyse ist recht ernüchternd: Während das Gesamtaufkommen an Verpackungen für den privaten Endverbrauch vor allem in den letzten Jahren gestiegen ist, hat die Menge der bei den Dualen Systemen lizenzierten Verpackungen bis 2014 abgenommen. Die einem Recycling (stoffliche Verwertung) zugeführte Menge ist laut Bothe in den letzten zehn Jahren konstant geblieben, der überwiegende Teil der gesammelten Kunststoffe wurde energetisch verwertet. Das System trete seit langem auf der Stelle, neue Impulse fehlten. Die immer noch gängige Quotenberechnung so Bothe sei längst überholt und lasse darüber hinaus keinerlei Schlussfolgerungen über den tatsächlichen Ersatz von Primärprodukten durch Sekundärprodukte aus Verpackungen zu. Für Bothe ist die Verpackungsverordnung auch hinsichtlich des Ziels, Verpackungsabfälle zu reduzieren, gescheitert.

Dietmar Bothe: Mengenstromnachweise der Dualen Systeme

 

Recyclinggerechtes Design versus Gewichtsreduktion


In der Abfallhierarchie steht Vermeiden an erster Stelle. Insofern erscheint Gewichtsreduzierung bei Verpackungen, mit der eine Ersparnis an Kunststoff erreicht wird, auf den ersten Blick im Sinne der Abfallhierarchie. Auf der anderen Seite wird die Gewichtsreduzierung mit einer immer schlechteren Recyclingfähigkeit der Verpackungen erreicht, die immer seltener nur aus einem Kunststoff, sondern aus verschiedenen, nicht mehr trennbaren Polymeren bestehen. Gewissermaßen als Entschuldigung für die sinkende Recyclingfähigkeit der hauchdünnen Folien und Flaschen führen deren Hersteller das Argument der Ressourceneffizienz ins Feld. Doch sind die Multilayerfolien und superdünnen Flaschen tatsächlich so ressourceneffizient? Michael Scriba betrachtet das Argument von verschiedenen Seiten und kommt zu einem differenzierten bis kritischen Blick auf das Thema Gewichtsreduzierung von Kunststoffverpackungen als „Allheilmittel“.

Dr Michael Scriba: Lightweighting Plastics Packaging and Recyclability

 

Gemeinsame Position der Wirtschaft zu "Recyclinggerechtes Design"


Unter dem Dach der BHIM Zentrale Wertstoffstelle Projektgesellschaft mbH befassen sich Expertenkreise mit einzelnen Fragestellungen im Zusammenhang mit dem geplanten Wertstoffgesetz. Der Expertenkreis III hat zu der komplexen Thematik "Recyclinggerechtes Design", das in § 21 des Arbeitsentwurfes zum Wertstoffgesetz adressiert wird, aktuell ein Papier mit "Grundsätzlichen Überlegungen zur Umsetzung" dieses Paragraphen herausgegeben. Das Besondere an dem Papier ist, dass es von Vertretern des gesamten Wertschöpfungskette mitgetragen wird. Auch mtm hat an dem Papier mitgearbeitet.

Vor dem Hintergrund des "Circular Economy Package" der EU-Kommission bekommt dieses Papier eine zusätzliche Bedeutung. Auch dazu es - über die Ausgestaltung und Umsetzung des Artikels 21 im Wertstoffgesetz hinaus - als Position der deutschen Wirtschaft verstanden und in die europäische Debatte eingebracht werden. 

 
 

In dieser Ausgabe

News

Mengenstromnachweise der Dualen Systeme

Lightweighting Plastic Packaging and Recyclability

 

Über mtm plastics

mtm plastics zählt zu den führenden Kunststoffrecyclingunternehmen Europas. Pro Jahr werden am Standort Niedergebra rund 30.000 Tonnen Regranulate für die Kunststoff verarbeitende Industrie produziert und vertrieben.

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Termine

30. Mai - 5. Juni 2016, München
Ifat

21.- 22. Juni 2016, Bad Neuenahr
bvse-Altkunststofftag

19. - 26. Oktober 2016, Düsseldorf
K-Messe

 

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